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1 Tag nach OP

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Leider mussten wir uns mit dem Thema Kryptorchismus beschäftigen. Beim Kauf von Skye bekamen wir vom Züchter den Hinweis, dass beide Hoden noch nicht abgestiegen waren. Das ist eigentlich kein Problem, da die Hoden bis zum Alter von 6 Monaten noch an ihren Platz wandern können. 

Wenn die Hoden nicht im Hodensack liegen, ist das Risiko einer Entartung des Hodens um bis zu 13 Mal höher, als bei normaler Lage der Hoden. Leider stiegen die Hoden bei Skye erst einmal nicht ab. Also begann die Recherche, was ist wann - wie zu tun ist. Das Standardvorgehen der Tierärzte ist, das erste Lebensjahr abzuwarten. Wandern die Hoden nicht an den vorgesehenen Platz, wird der Rüde kastriert. Da wir noch zwei intakte Rüden besitzen, kann das Zusammenleben des Rudels gestört werden, sobald ein Rüde kastriert wird. Unsere Tierärztin gab uns den Rat, in diesem Fall alle drei Rüden kastrieren zu lassen - für uns ein Grund, den Tierarzt zu wechseln. In unserem Hundebekanntenkreis gibt es mehrere negative Beispiele mit kastrierten Rüden. Das Verhalten des Rüden ändert sich, er bekommt ein stumpfes, struppiges Fell und ist anfällig für Kreuzbandverletzungen. Dies sind unsere, persönlichen Erfahrung und bestimmt nicht repräsentativ. Es war für uns jedoch Grund genug, nach einer Alternativlösung zu suchen.

Es ist nämlich auch möglich, den oder die nicht abgestiegenen Hoden operativ in den Hodensack zu verlegen. Der Vorteil hierbei ist, das die Hormonproduktion des Rüden normal bleibt. Alle der oben aufgezählten Nachteile entfallen. Optional können bei der OP die Samenleiter durchtrennt werden. So wird die Fortpflanzung unterbunden und die Weitergabe des Kryptorchismus verhindert. 

Wir mussten allerdings feststellen, dass diese Form der Behandlung nur von wenigen Tierkliniken angeboten werden. Unsere Wahl fiel auf die Tierklink-Leipzig von Dr. Jähnig. Kurzerhand haben wir telefonisch Kontakt aufgenommen. Dr. Jähnig rief kurzfristig zurück und hat uns kompetent beraten.

Hier die Kernpunkte:
  • Der Abstieg der Hoden sollte normallerweise in den ersten acht Lebenswochen abgeschlossen sein.
  • Der beste Zeitpunkt für die Operation ist im Alter von 4,5 Monaten.
  • Am OP-Tag ist die Aufnahme um 7:45 h. Ab Mittag kann der operierte Hund wieder abgeholt werden.
  • Je nach Lage - in der Leiste oder im Bauchraum oder ob ein Hoden oder beide Hoden betroffen sind, belaufen sich die Kosten auf 700 bis 1300 Euro.
  • Nach der OP muss der Hund einen Body und/oder Kragen tragen und darf 10 Tage lang nicht toben.
  • Nach 10 Tagen können die Fäden gezogen werden. Fäden die den Hoden im Hodensack fixieren sollten erst nach 14 Tagen entfernt werden.
  • Eine Ultraschall-Untersuchung durch den Haustierarzt ist nicht erforderlich, da diese immer in der Klinik durchgeführt wird.
  • Antibiotika, Schmerzmittel, Body und Kragen bekommt man in der Tierklinik.
  • weitere Informationen gibt es hier

Wir vereinbarten telefonisch einen Termin zur OP und hofften weiter, dass diese nicht nötig sein würde. Am Tag vor der OP fuhren wir nach Leipzig und buchten eine Nacht im B&B Hotel in Schönefeld, unweit der Klinik. Pünktlich um 7:45 h öffneten sich die Türen der Klinik und wir wurden sehr freundlich empfangen. Wir füllten den Anamnesebogen aus und wurden sofort ins Behandlungszimmer gerufen. Dort erklärte uns eine Tierärztin den Ablauf der Behandlung. Dann wurde die Narkose eingeleitet und Skye konnte auf seiner Decke in unserem Beisein einschlafen. Kurz darauf erschien Dr. Jähnig und erklärte uns nochmals die OP. Skye wurde in den OP-Raum gebracht und nach kurzer Zeit erklärte uns Dr. Jähnig, dass bei Skye ein Hoden im Bauchraum vor der Blase läge. Der zweite sei im Hodensack. Er sagte uns, dass Skye als erster Patient operiert werde, da wir den längsten Anfahrtsweg hätten und am gleichen Tag noch nach Hause fahren würden. Er fügte hinzu, dass Skye gegen 10:30 h abgeholt werden könne. 

Dann begann das Warten. Wir verließen die Klinik und versuchten unsere Gedanken bei einem Frühstück zu zerstreuen. Skye war zur vereinbarten Zeit abholbereit. Er trug bereits einen Body, war aber noch sehr benommen. Die Ärztin vom Morgen erklärte uns nochmals die weitere Behandlung und versorgte uns mit den notwendigen Medikamenten. Zum Schluss erschien Dr. Jähnig  nochmals und informierte uns über den Verlauf der OP. Nach dem begleichen der Rechnung ging es auf die Heimreise.

Es ist uns ein Anliegen zu erwähnen, dass wir uns in der Tierklink sehr gut aufgehoben gefühlt haben. Alle Mitarbeiter waren freundlich und sind mit den Tieren sehr liebevoll umgegangen. Beratung und Aufklärung waren sehr kompetent.

Natürlich ist danach nicht alles gut. Skye versuchte an den Wundstellen zu lecken. Besonders schlimm war es, wenn Gassirunden anstanden und der Body aus- und der Kragen angezogen wurde. Apropos Body, wir hatten zwei weitere Bodys bei Amazon bestellt. Keiner der Bodys war im Bereich der Hinterpfoten eng genug, um ein Lecken an den Nähten zu verhindern. Deshalb haben wir zusätzlich eine Kinderstrumpfhose über die Hinterbeine gezogen, in die wir ein Loch für den Schwanz geschnitten hatten und deren Beine wir gekürzt hatten. Es waren 10 lange Tage zu überstehen, bis die Fäden der Bauchwunden gezogen werden konnten. Die letzten 4 Tage trug Skye nur noch die Strumpfhose. Am 14 Tag nach der OP wurde auch der letzte Faden entfernt und Skye konnte endlich wieder ohne Leine laufen. 

Alle Wunden sind gut verheilt und die Hoden sind nun beide im Hodensack. Es besteht eine 30%-ige Gefahr, dass der operierte Hoden innerhalb der nächsten drei Monate abstirbt. Dies begründet sich wie folgt: Durch die Lage im Bauchraum musste eine Öffnung durch das Bindegewebe geschaffen werden, durch die der Hoden mit Samenleiter und Blutgefäßen in den Hodensack befördert wurde. Bei der Ausheilung schließt sich diese Öffnung wieder und es kann passieren, dass die Blutgefäße abgeklemmt werden. Dann verkümmert der Hoden. Dies stellt jedoch kein Risiko dar. Der Hoden wird nicht entarten und kann an Ort und Stelle verbleiben.

Skye ist der aufgeweckte, neugierige, lebenslustige Schelm geblieben und er hat uns die Rosskur nicht übel genommen. Mittlerweile verdeckt das nachgewachsene Fell die Narben. Es war keine günstige Lösung und die Zeit bis zum Ziehen der Fäden ist alle Seiten hart. Sicher wäre ein Kastration mit ähnlichem Aufwand verbunden gewesen. Für uns und für Skye war dies die beste Lösung. Die Tierarztpraxis Leipzig können wir wärmstens empfehlen.

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